Abendspaziergang am 10. Februar 2019

Ein Abend – vier Restaurants – und das Beste zum Schluss

Gutbürgerlich, schwäbisch, bretonisch-kurpfälzisch und deutsch-asiatisch – klingt nach teils mutigen Kombinationen. Die kulinarischen Abendspaziergänger ließen sich getrost darauf ein. Zum zweiten Mal organisierte der Verein Markgröningen aktiv gemeinsam mit dem Wirtschaftsförderer diesen speziellen Spaziergang.

Der Abend versprach schon im Vorfeld spannend zu werden, waren doch die Karten schon nach wenigen Minuten ausverkauft. Eine hohe Messlatte? Nicht für die Gastronomen, die diese mühelos nahmen.

Bretonisch meets kurpfälzisch bei Wein-Wind-Meer

Uwe Schuhmacher ist kein klassischer Gastronom, für ihn ist sein kleines Restaurant mit Weinhandlung in der Wettegasse die reinste Leidenschaft. Gekonnt kombiniert er nun schon seit vielen Jahren die Einflüsse aus beiden Küchen, um seinen Gästen das Besondere zu bieten. Das verwinkelte Gebäude ist das passende Ambiente, in dem außerdem wechselnde Ausstellungen, Vernissagen und Lesungen stattfinden. Wein-Wind-Meer ist also immer einen Abstecher wert. Schon einmal Algenlikör probiert? Bei Uwe Schuhmacher gibt es mehr als nur ausgesuchte und passende Weine. Denn sein Ziel ist klar: der passionierte Bretagne-Urlauber bringt seinen Gästen aus jedem Urlaub etwas Neues mit. Versucherle gefällig? Die Abendspaziergänger erfreuten sich an geschmorten Ochsenbäckle mit Spätzle und Karottengemüse. Einfach lecker.

 

Bretonisch-kurpfälzische Küche bei Wein-Wind-Meer und Uwe Schuhmacher.

 

Essenstechnische Völkerverständigung im Herrenküfer

Klein aber fein schmiegt sich die kleine Herrenküferei zwischen Schlossgasse und Rathaus. Drinnen geht es dafür auch mal ganz schön ausgefallen zu, denn Sebastian Maier und sein Team bringen Genüsse ganz neuer Art auf den Tisch. Erst vor wenigen Tagen feierten sie ihr 5jähriges Jubiläum mit einer großen Party, wie sie das über 600 Jahre alte Haus bisher noch nicht gesehen hat. Altes Küchenhandwerk trifft hier auf moderne Einflüsse, und so soll kein Tier einfach nur zubereitet werden. Verantwortlich dafür ist Küchenchef Marius Simon. Ein Bremer übrigens. Wir dürfen also gespannt sein, welche neuen, norddeutschen Genüsse in der Herrenküferei bald auf uns warten. Das Herrenküfer-Team gewährte an diesem Abend gerne Einblicke: Auf dem Weg durch die Küche, vorbei an der verglasten Vinothek, ins Restaurant und Nebenzimmer. In der Hand der Besucher dabei Schweinebauch Asia style. Mal was ganz anderes.

 

Sebastian Maier und sein Team empfangen in der Herrenküferei, wo besondere Gaumenfreuden warten.

 

Restaurant Bären: Fast 100 Jahre und kein bisschen müde

Die vierte Generation steht im Bären schon in den Startlöchern. Darauf ist Chef Michael Bentz besonders stolz. Ob sein Großvater wohl ahnte, dass der Urenkel einmal in der Küche stehen würde, als er 1922 den Bären kaufte? Wahrscheinlich nicht. Hier setzt man auf bewährt-Saisonales ohne Schnickschnack: Wild und Ente, Spargel und leichte Sommerkarte. Oder dürfen es Kutteln sein? Hier finden vor allem die Liebhaber der klassisch-schwäbischen Küche was sie suchen. Die Spaziergänger erfreuten sich an Gänsebrust mit Rotkohl und Semmelknödel.

 

Schon der Großvater von Michael Bentz kochte im Bären.

 

Der schwäbische Klassiker im Treuen Bartel

Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle – das Leibgericht der Schwaben und Gaumen-Freude für die kulinarischen Spaziergänger des Abends. Und wer es nicht mag, entpuppt sich ganz schnell als Zugezogener. Chef Alexander Maulick empfing seine Gäste im imposant-gemütlichen Fachwerkambiente des Treuen Bartel, in dem sich die Familie schon viele Jahrzehnte um das Wohl ihrer Besucher bemüht. Hier gehören Maultaschen zum Grundrepertoire, ebenso wie selbstgemachte Spätzle.

 

Alexander Maulick ist Chef im Treuen Bartel.

 

Ein Kleiner geht noch … aber wirklich nur einer!

Vier Versucherle, dazu Wein und Bier zum Probieren in allen Restaurants. Da geht doch noch mehr! Crème brulée, rote Grütze mit Vanille-Maultäschle, dunkles Schoko-Mousse, Panna Cotta mit Fruchtspiegel und kleine Kuchenteilchen. Die brachte das Kaffee Klecks noch dazu. Das alles wartete zum Abschluss im Rathaus auf die Spaziergänger. Ein „Ufff“ entlockte dieses Abschlussbuffet einigen, aber wer hält sich schon bei einer so leckeren Auswahl zurück? Kulinarischer Abendspaziergang ist schließlich nicht jedes Jahr.

 

Das Dessertbuffet – üppig und köstlich.

 

Wir danken allen Gastronomen und ihren Teams für diesen leckeren Abend. Und auch Lembergerland, die uns mit ausgesuchten und passenden Weinen versorgten.

Fotos: Laura Stamp, Markgröningen aktiv