Kelter-Talk

Einmal im Jahr wird die Untere Kelter seit 2016 zur Talkshow-Bühne. Der ehemalige Schäferlaufsprecher Wolfgang Milde fühlt dabei markanten Markgröningern augenzwinkernd auf den Zahn. In Kooperation mit der Kellerei Lembergerland/OWG und dem Musikverein Markgröningen können sich die Gäste auf einen unterhaltsamen Abend freuen.

Der nächste Kelter-Talk findet am 18. September 2020 statt.

Ansprechpartner: Wolfgang Milde, Telefon: 0 71 42 / 913 40 20
E-Mail: Wolfgang.Milde@markgröningenaktiv.de


4. Markgröninger Kelter-Talk am 13. September

Rund 180 Gäste kamen am 13. September in die gemütlich geschmückte Kelter um Wolfgang Mildes Plaudereien mit seinen diesjährigen Talkgästen zu lauschen.

Ruderweltmeister Florian Roller
Dass ein mehrfacher Ruderweltmeister ein beträchtliches Trainingspensum hat, war wohl allen Gästen bewusst. Dass es 30 bis 40 Stunden pro Woche sein können, erstaunte die meisten dann doch. Trotz dieses Aufwands kann sich Florian Roller kein schöneres Hobby vorstellen. Die Leidenschaft fürs Rudern bekam er von seinen Eltern in die Wiege gelegt. Sie halten ihm auch den Rücken frei, damit er sich neben dem Hochleistungssport auf sein Studium in Konstanz konzentrieren kann – und auch noch Zeit für den Schäfertanz findet.

Ruderweltmeister Florian Roller (rechts) mit Wolfgang Milde beim 4. Markgröninger Kelter-Talk am 13. September 2019 | Foto: Markgröningen aktiv
Wenn er sich gerade nicht auf einen Wettkampf vorbereitet, genießt der mehrfache Ruderweltmeister Florian Roller (rechts) auch mal ein Gläschen Riesling.

Weinexpertin Andrea Ritz
Als echte Kennerin der Weine aus dem Hause Lembergerland erläuterte Andrea Ritz die guten Tropfen auf der Getränkekarte: Riesling Kabinett, „Der treue Bartel“-Rosé und den Lemberger 401. Seit einiger Zeit hebt die ehemalige Weinkönigin und frisch gebackene Stadträtin auch regelmäßig ab: zu Weinproben für bis zu zehn Personen im Heißluftballon.

Andrea Ritz beim 4. Markgröninger Kelter-Talk am 13. September 2019 | Foto: Markgröningen aktiv
“Think global, drink local” so die Devise von Weinexpertin Andrea Ritz.

Unternehmerin Mei Zipperer
Die gebürtige Chinesin lebt seit 20 Jahren in Deutschland. Gemeinsam mit ihrem Mann importiert sie Nudeln, Würzsoßen und andere Lebensmittel aus Asien nach Markgröningen und beliefert Großhändler in der gesamten Bundesrepublik. Zudem hat Mei Zipperer die Jenlei HR Solutions gegründet, eine Vermittlung von examinierten Pflegefachkräften aus China nach Deutschland. „Der Bedarf ist immens und die Akzeptanz hoch – die größte Hürde für uns ist die Bürokratie“, erklärt die engagierte Unternehmerin.

Wolfgang Milde und Mei Zipperer beim Markgröninger Kelter-Talk am 13. September 2019 | Foto: Markgröningen aktiv
Die Markgröninger Unternehmerin Mei Zipperer vermittelt ausgebildete Pflegefachkräfte aus China in deutsche Pflegeeinrichtungen. Bevor die Fachkräfte in Deutschland arbeiten, lernen sie die Besonderheiten der deutschen Kultur kennen, z. B. dass man nicht mit dem Schlafanzug auf die Straße geht.

„Musikchef“ Georg ter Voert
Stadtmusikdirektor, Dirigent des Markgröninger Blasorchesters, Fagottist des Radio-Sinfonie-Orchesters Stuttgart und ein Viertel des „Quartett ter Voert“: Das Herz Georg ter Voerts schlägt für die Musik. Und so erzählte der sympathische Westfale nicht nur von Begegnungen mit berühmten Dirigenten, seiner Arbeit im World Philharmonic Orchestra und den Stationen seines Musikerlebens, er ließ es sich auch nicht nehmen, das Publikum auf der Spielmannsflöte und dem Kontrafagott zu unterhalten.

Wolfgang Milde und Georg ter Voert beim Markgröninger Kelter-Talk am 13. September 2019 | Foto: Markgröningen aktiv
Moderator Wolfgang Milde (links) entlockte dem beliebten Stadtmusikdirektor Georg ter Voert so manche Anekdote. Was viele Markgröninger wohl auch nicht wussten: ter Voert hat ursprünglich – auf Wunsch seiner Eltern – eine Ausbildung zum Drogisten absolviert.

Wieder ein gelungener Abend
Mit angeregten Gesprächen und einem Gläschen Wein klang der Abend aus. Die Gäste lobten wieder die besondere Atmosphäre des Kelter-Talks, zu der auch die eingespielten Teams der Organisatoren – Musikverein, OWG, Lembergerland und Markgröningen aktiv – beigetragen hat.

4. Markgröninger Kelter-Talk am 13. September 2019 | Foto: Markgröningen aktiv
Als kleines Dankeschön erhielten die Talkgäste Süßes: Honig und Pralinen made in Markgröningen.
4. Markgröninger Kelter-Talk am 13. September 2019 | Fotos: Markgröningen aktiv
Kurzweilig war’s wieder in der Kelter

Fotos: Laura Stamp, Markgröningen aktiv


3. Markgröninger Kelter-Talk am 14. September 2018

Am 14. September wurde in der Kelter wieder „getalkt”. Rund 150 Gäste nahmen an den herbstlich geschmückten Tischen Platz, ließen sich ein deftiges Vesper (serviert vom Musikverein Markgröningen) und Weine von Lembergerland schmecken und lauschten den kleinen und großen Neuigkeiten der diesjährigen Talkgäste.

Als Expertin für Weine aus dem Haus Lembergerland gab Andrea Ritz, württembergische Weinkönigin und Talkgast im vergangenen Jahr, dem genussfreudigen Publikum Informationen und Hintergründe zu den guten Tropfen auf der Karte.

Markgröninger Kelter-Talk 2018: Wolfgang Milde, Verena Hoffmann, Traugott Plieninger, Andrea Ritz und Hartmut Semsch (v.l.n.r.) | Foto: Markgröningen aktiv
Moderator Wolfgang Milde (links) und die diesährigen Talkgäste Verena Hoffmann (Chocolatière), Traugott Plieninger (ehemaliger Markgröninger Stadtpfarrer), Andrea Ritz (ehemalige württembergische Weinkönigin) und Hartmut Semsch (Ortema-Geschäftsführer)

Traugott Plieninger, „Hirte in der Schäferlaufstadt
Wer diesen Vornamen trägt, muss einfach Pfarrer werden, auch wenn er nicht aus einer Pfarrfamilie stammt. Neunzehn Jahre war Traugott Plieninger Pfarrer in der Schäferlaufstadt  –  und ein sehr beliebter, der im vergangenen Jahr verabschiedet wurde! Die Gründung der Markgröninger Sozialstation Soma ist eng mit seinem Namen verbunden. Aber auch die Ökumene hat er in seiner langjährigen Heimat geprägt. Seine katholischen Kollegen schätzen seine Offenheit und seinen Humor. Gefragt, was er seinem Nachfolger Frank Dettinger  ans Herz legt: „Ein Pfarrer muss gerne unter Leuten sein und die Menschen suchen“.

Ortema-Geschäftsführer Hartmut Semsch
Überaus unterhaltsam und schlagfertig berichtete der Ortema-Chef aus seiner eigenen Vergangenheit im Leistungssport sowie von den prominenten Sportlern aus Nah und Fern, die bei Ortema aus- und eingehen: Fußballer, Skifahrer, Eishockey-Spieler – zahlreiche internationale Profisportler vertrauen auf die Künste der Ortema. Bürgermeister Rudolf Kürner erklärte lachend, dass er gerne die Abteilung Prävention nutzt.

Das Orthopädietechnik-Unternehmen zählt als Teil der Orthopädischen Klinik Markgröningen (OKM) inzwischen 250 Mitarbeiter; im kommenden Jahr wird 25-jähriges Jubiläum gefeiert.

Chocolatière Verena Hoffmann

Verena Hoffmann lernte ihr süßes Handwerk in Schokoladenakademien in Köln und der Schweiz. Mittlerweile hat sie ihre eigenen Rezepte und Kompositionen zusammengestellt  –  und natürlich bekam jeder Gast zur Begrüßung ein Versucherle aus Passionsfrucht-Mark. „Ich verwende nur Naturprodukte, keine chemischen Zusatzstoffe“, so das Credo der Chocolatière. In der elterlichen Bäckerei Schmid kann man sich von der Qualität der süßen Kreationen überzeugen. Als ehemalige Vaihinger Weinprinzessin liegt ihr außerdem die Kombination „Wein und Schokolade“ sehr am Herzen.

Großes Erstaunen machte sich breit, als Verena Hoffmann berichtete, dass die Deutschen weltweit die Nummer 1 im Schokoladenverbrauch sind. Im Schnitt isst jeder Deutsche 116 Tafeln im Jahr  –  damit hatte niemand gerechnet. Klassisches ist besonders beliebt: Vollmilch, Haselnuss und Nougat.

Markgröninger Kelter-Talk 2018 | Foto: Markgröningen aktiv
Rund 150 Gäste kamen in die herbstlich geschmückte Kelter.

Auch der dritte Kelter-Talk war überaus kurzweilig und unterhaltsam. Talkmaster Wolfgang Milde, routiniert durch dreißig Jahre Schäferlaufmoderation, schaffte es immer wieder, den Besuchern einen Lacher zu entlocken und den Talkgästen genau die Fragen zu stellen, die man schon immer gerne beantwortet hätte. Bei der Abschlussrunde vor dem Weinfass gab’s für die Talkgäste Markgöningen-typische Geschenke: herzhafte (Salami-)Schäferstecken für die beiden Damen und süße Schoko-Schäfle für die Herren.

Fotos: Markgröningen aktiv


Markgröninger Kelter-Talk 2017

Am 14. September lud der Verein Markgröningen aktiv in Zusammenarbeit mit der Kellerei Lembergerland, dem Musikverein Markgröningen sowie der Wirtschaftsförderung der Stadt zum zweiten Kelter-Talk. Rund 170 Gäste waren in die herbstlich geschmückte Kelter gekommen, um „Fruchtsaft-Chef“ Albrecht Kumpf, „Glücksgöttin“ Dagmar Keiser-Sachse und die Württembergische Weinkönigin Andrea Ritz zu erleben. Wolfgang Milde führte wie im vergangenen Jahr durch den Abend und fühlte den Interviewpartnern – mitunter augenzwinkernd – auf den Zahn. Der Musikverein Markgröningen verwöhnte die zahlreichen, gut gelaunten Gäste mit Wurstsalat und Kelterplatte, und Lembergerland schenkte die passenden Weine aus. In den Interviewpausen sorgte eine kleine Besetzung des Musikvereins unter der Leitung von Georg ter Voert für die perfekte musikalische Untermalung.

Saft aus baden-württembergischen Streuobst seit 1898
Als ersten Talkgast begrüßte Wolfgang Milde Albrecht Kumpf auf der Bühne, den Geschäftsführenden Gesellschafter des gleichnamigen Saftherstellers und Urenkel des Firmengründers. Mit 60 Mitarbeitern produziert das Markgröninger Unternehmen Säfte aus den Früchten baden-württembergischer Streuobstwiesen. 90 Prozent davon sind Äpfel, gefolgt von Birnen – aber auch Johannisbeeren, Sauerkirschen, Rhabarber und sogar Erdbeeren werden verarbeitet. Seit Kurzem nicht mehr nur zu Säften, sondern auch zu „Schwäbisch Rosé“, einem prickelnden Apfel-Birnen-Secco mit Johannisbeeren, den alle Gäste an dem Abend als Aperitif probieren konnten. Kumpf setzt komplett auf Regionalität. Auch wenn die Säfte dadurch ein paar Cent teurer werden. „Aber Streuobstwiesen sind nun mal schwieriger zu bewirtschaften als Apfelplantagen“, so der „Fruchtsaft-Chef“. Auch die Pressrückstände werden verwertet. Der so genannte Trester wird getrocknet und dient als Grundstoff für die Herstellung von Apfelpektin.

Deutlich geringere Erntemengen in diesem Jahr
Durch die späten Nachtfröste im April fällt die Obsternte in diesem Jahr deutlich geringer aus. Das wirkt sich nicht nur auf die Produktion bei Kumpf aus. Auch die Wengerter spüren die Folgen der Frostschäden. Christian Kaiser, Geschäftsführer der Kellerei Lembergerland und damit Hausherr der Kelter, möchte trotzdem nicht „jedes Oechsle ins Fass jammern.“ Die Mengen seien zwar deutlich geringer, aber man erwarte einen guten Jahrgang.

Das Glück kommt aus Markgröningen
Dagmar Keiser-Sachse, die geschäftsführende Gesellschafterin des Lose-Herstellers Wolf & Appenzeller, kam als dritter Talkgast auf die Bühne. Ob er sie als „Glücksgöttin“ begrüßen dürfe, fragte Wolfgang Milde. „Sehr gerne“, meinte sie – denn sie wurde beim Einkaufen schon mal mit „Sie sind doch die Frau mit den vielen Nieten“ angesprochen, und „Glücksgöttin“ gefalle ihr wesentlich besser. Dagmar Keiser-Sachses Großvater hatte 1928 eine Loswickelmaschine erfunden und das Unternehmen gegründet. Mit einem Marktanteil von 100 Prozent (!) ist Wolf & Appenzeller nach wie vor Marktführer in Europa im Bereich Röllchenlose. Seit 1995 befindet sich der Firmensitz in Markgröningen. „Wir haben hier gute Rahmenbedingungen vorgefunden und fühlen uns sehr gut aufgehoben“, erklärte Dagmar Keiser-Sachse. Zu schaffen macht dem Unternehmen aber der Fachkräftemangel – besonders im technischen Bereich.

Immer ein paar flache Schuhe als Reserve
Den krönenden Abschluss der Talkrunden bildete die Württembergische Weinkönigin Andrea Ritz. Für die quirlige Markgröningerin war der Kelter-Talk einer der letzten von über 100 Terminen ihrer Amtszeit. Schon bald gibt sie die Württemberger Weinkrone an ihre Nachfolgerin weiter. Sie selbst nimmt am 23. September in Neustadt an der Weinstraße am Vorentscheid zur Wahl der Deutschen Weinkönigin 2017 teil. Welchen Tipp sie für ihre Nachfolgerin in Württemberg parat hätte, wollte Wolfgang Milde von ihr wissen. „Auf jeden Fall immer ein paar flache Schuhe als Reserve dabeihaben“, sagte sie lachend.

Fünf glückliche Gewinner zum Schluss
Wenn bei einem Kelter-Talk Glückslose aus Markgröningen eine Rolle spielen, darf eine Verlosung natürlich nicht fehlen. Und so wurde es am Ende der Veranstaltung nochmals spannend, als Albrecht Kumpf, Dagmar Keiser-Sachse, Andrea Ritz und Christian Kaiser in die Lostrommel griffen. Fünf Gewinner durften sich über Gutscheine von Kumpf und Lembergerland, ein Weinpräsent von Andrea Ritz, eine Reisetasche von Wolf & Appenzeller sowie Karten für den nächsten Markgröninger Abendspaziergang freuen.


Markgröninger Kelter-Talk 2016

Hatte die Lacher auf seiner Seite: Otto Beck
Hatte die Lacher auf seiner Seite: Otto Beck (rechts)

 

Drei besondere Persönlichkeiten
Am 21. September lud der ehemalige Schäferlaufsprecher Wolfgang Milde in die Kelter ein. Drei besondere Persönlichkeiten standen auf dem Programm: Nikolaus Prinz von Ratibor, den der „Adel verpflichtet“, Birgit Werner Walz, „eine Frau in einer Männerdomäne“ und Otto Beck, der „Ur-Markgröninger“.
Vor Beginn der Veranstaltung konnten sich die 150 Gäste an leckeren, herzhaften Vespertellern stärken. Der Musikverein sorgte fürs Musikalische und auch für das leibliche Wohl. Gute Weine schenkte dazu der Hausherr „Lembergerland“ aus. So ließ man sich`s schmecken … und war gespannt auf das, was kommen würde. Selbst Bürgermeister Rudolf Kürner mischte sich unter die Gäste.

Wunsch der Schussrunde: Innenstadt beleben!
Wunsch der Schlussrunde: Innenstadt beleben!

Nikolaus Prinz von Ratibor und Corvey stand als erster vor dem interessierten Publikum. Schon die Frage nach der richtigen Anrede ließ viele Gäste aufmerken. „Prinz Ratibor“ könne man ihn korrekt ansprechen, meinte dieser. Selbstverständlich verpflichte die vornehme Herkunft auch. Das Credo des Prinzen ist daher, aus dem Vergangenen zu lernen, für die Gegenwart zu arbeiten und die Zukunft zu planen. Nachhaltigkeit sei für ihn ein entscheidender Wert, um die nächste Generation stark zu machen. Die Leidenschaft für Tiere und sein Herzenswunsch, das Anwesen in Unterriexingen der nächsten Generation als Kulturdenkmal weiterzugeben, verbanden sich. So kam es vor 20 Jahren zur Eröffnung des royalen Hundehotels. Aktuell verbringen in der Sommerzeit 20 bis 30 Tiere auf dem Gelände. Das ist auch das besonders Attraktive am Angebot des Geschäftsführers: „Hunde lieben Hunderudel“. In den 40 000 Quadratmetern rund um das Schloss finden die Tiere ein wahres Hundeparadies. Die 40 Zimmer im Schloss tragen natürlich dazu bei, dass es immer etwas zu tun gibt. Auf Wolfgang Mildes schelmische Nachfrage, ob denn auch ein Schlossgespenst dort wohne, stellte Prinz Ratibor seine Familienehre heraus und meinte: „Der gute Geist im Haus ist meine Mutter!“
Nach so vielen Informationen konnten die Gäste in der Kelter sich nun auf musikalische Leckerbissen freuen, angekündigt von Co-Schäferlaufsprecherin Christiane Liebing.

Die Kelter: ein idealer Festraum
Die Kelter: ein idealer Festraum

Frauenquote in Führungspositionen?
Der zweite Talkgast, Birgit Werner-Walz, die „Frau in einer Männerdomäne“, ist Geschäftsführende Gesellschafterin bei Benseler Oberflächentechnik. Moderator Wolfgang Milde brachte die Produktpalette für seine interessierten Zuhörer gleich auf den Punkt: „Ihr Haus lebt vom Oberflächlichen.“ Tatsächlich betreibt Benseler Wertschöpfung an Teilen des Kunden. Die Dienstleistung besteht darin, Beschichtungen nach Wunsch auf Metall aufzutragen.
Stolz berichtete Birgit Werner-Walz, dass aktuell 1000 Mitarbeiter an acht Standorten in Deutschland, der Schweiz und Tschechien für Benseler arbeiten. Die Zentrale in Markgröningen beschäftigt allein 230 Personen. Das soll auch so bleiben. Dies ist für die Geschäftsführende Gesellschafterin keine Frage. Sie weiß, wo sie in 10 Jahren stehen will.
Die Mutter dreier Kinder fühlt sich in ihrer Rolle wohl. Eine Frauenquote in Führungspositionen sieht sie nicht erforderlich. Dennoch glaubt sie, die Mischung der Geschlechter tut in der Arbeitswelt gut: „Jeder schaut auf etwas anderes. Eine Frau hat einen anderen Blick.“ Am Ende schloss sich Birgit Werner-Walz ihrem Vorredner Prinz Ratibor an. Nachhaltigkeit habe für sie die Bedeutung, sich verantwortlich für etwas zu fühlen und der nächsten Generation etwas weiterzugeben.
Da kam Frank Sinatras Titel „I did it my way“ genau passend.

Fröhliche Gespräche: Prinz Ratibor (rechts) mit Moderator Wolfgang Milde
Fröhliche Gespräche: Prinz Ratibor (rechts) mit Moderator Wolfgang Milde

Kabarettreif: Ur-Markgröninger Otto Beck
„Ein guter Schluss ziert alles.“ Otto Beck traf ins Herz der „alten Markgröninger“. Unter vielen „Ach, ja!“ und „Stimmt!“ erzählte das Markgröninger Original von der Zeit, als der Marktplatz noch Mittelpunkt des städtischen Lebens war. Viele der Gäste erinnerten sich an die Ärztin Dr. Marie Umbach und ihren VW. Sie sei dafür verantwortlich, dass Otto Beck durch einen Kaiserschnitt ebenfalls von „nobler“ Geburt sei. Dieser schielte dabei verstohlen zu Prinz Ratibor. Er sehe die Veränderungen der letzten Zeit auch besonders deutlich. Der Bereich innerhalb der Stadtmauer habe nach seiner Einschätzung an Bedeutung verloren. Früher fand hier das Leben statt. Es gab kaum Fluktuation. Durch die Erweiterung des Ortes über verschiedene Wohngebiete sei die Stadtmauer, so Beck, auch gedanklich gefallen. Der Einzelhandel folgte diesem Trend und suchte dezentral die neuen Kunden.
Otto Beck selbst kann aktuell dieser Tendenz entgegenwirken. Ende des Jahres übergibt er seine Buchhandlung in jüngere Hände. Mit Barbara Löhnert hat er eine Nachfolgerin gefunden, die dem Leben am Marktplatz neue Impulse geben kann – mit ihrer eigenen Art. Talkmaster Wolfgang Milde regte den angehenden Rentner zu einer neuen Tätigkeit an. Niemand anderes als er könne einen Beststeller über Markgröningen und die Markgröninger schreiben.